"ganz früher"

 

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Das Gebäude
Knabenschule
Mädchenschule
Studienanstalt

 

Eine kleine Händelschulchronik

von Lilly & Dilly (1998)

 ... Wir sollten eine Chronik des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums erarbeiten.

Nun saßen wir da mit unserem Arbeitsobjekt - in welchen Aktenschränken schlummerten wohl die gewünschten Informationen? Etwas unmotiviert, aber voller Hoffnung und Vertrauen in die kriminalistisch vorbelastete Informationsbezugsquelle Eik/Eikermann machten wir uns auf den Weg. Nachdem wir in den drei größten Berliner Bibliotheken nicht fündig geworden waren, fuhren wir zum Archiv BIL (Berliner Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung und Schulentwicklung). Dort musste jedoch erst ein gewaltiger Redeschwall überzeugen, bevor wir in den staubigen, engen Regalgassen die alten Akten zu neuem Leben erwecken durften. Nun erschlug uns ein Informationsberg zum Thema Händelschule. Es war gar nicht so einfach, aus den vielen, verschiedenen Büchern das Richtige herauszusuchen und in gekürzter Form wiederzugeben. Es stellte sich heraus, dass auch die anderen große Probleme bei ihren Recherchen hatten, einerseits durch pure Faulheit, andererseits aber dadurch, dass Schüler anscheinend in derartigen Institutionen nicht ernst genommen werden. Am Ende fiel das Projekt ins Wasser, da nur unsere Informationen über die Anfangsjahre der Händelschule vorlagen.

Damit diese Ergebnisse nicht völlig unter den Tisch fallen, folgt nun ein kleiner Einblick in die Vergangenheit.

Die Schule wurde in den Jahren 1907 und 1908 von Ludwig Hoffmann erbaut. Neben dem dreiflügligen, viergeschossigen Schulgebäude mit 36 Klassenräumen befanden sich eine Turnhalle und das Lehrerwohnhaus auf dem 5430 m2 großen Grundstück

1909 zogen eine Knaben- und Mädchengemeindeschule mit 649 Schülern und 875 Schülerinnen in das Gebäude [Anmerkung: Das Gebäude lag damals noch nicht am Frankfurter Tor - das war nämlich damals die Kreuzung von Frankfurter Allee und Fruchtstr. - heute Karl-Marx-Allee und Straße der Pariser Kommune.]. Richard Korn und Heinrich Kohne waren die ersten beiden Direktoren und wohnten im Direktorenhaus. Ein Direktor konnte zu dieser Zeit zwischen 4000 und 5800 Reichsmark im Jahr verdienen, Lehrer zwischen 1660 (bei noch nicht vier Jahren öffentlichem Dienst) und 4450 Reichsmark (nach 31 Dienstjahren). Lehrerinnen dagegen bekamen nur ein Gehalt von 1100 bis 2900 Reichsmark jährlich. (1 Reichsmark entsprach zur damaligen Zeit ungefähr 10DM.) Je nach Dienstjahren mussten 24 bis 28 Pflichtstunden pro Woche unterrichtet werden. Ab 1925 gab es eine gemischte Klasse mit 22 Knaben in der Mädchenschule und ab 1927 eine mit 18 Mädchen in der Knabenschule.

1925 wurde zusätzlich die „1 Städtische Studienanstalt“ (gegründet 1906) in die Frankfurter Allee 36-37 (heute 6-8) verlegt. 1930 wurden die beiden Gemeindeschulen aufgelöst und übrig blieb die Studienanstalt. Diese erhielt am 1. April 1935 den Namen HÄNDELSCHULE.

(Aus einem Bericht für das Abi-Buch 1998 von Lilly Eickermann und Daniela Dillner)