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"Was macht nun aber einen Bürgerhaushalt aus? In ihm werden Bürger(inne)n direkt an der Aufstellung des öffentlichen Haushaltes beteiligt. Drei Bestandteile sind elementar:
aus: Bürgerhaushalt Berlin-Mitte. Vorschlag eines Beteiligungsverfahrens auf bezirklicher Ebene. Studie im Auftrag des kommunalpolitischen forums e.V. (berlin)/Baumann, Frank/Vogelsang, Lars/Weidner, Anselm. Berlin, Mai 2003
„Unter Bürgerhaushalt versteht man das aktive
Mitwirken und die Einbindung der Einwohnerinnen und Einwohner an der Aufstellung
des kommunalen Haushaltes. Wie
dies im konkreten Fall aussieht, hängt im einzelnen von den Erwartungen ab, die
die jeweiligen Stadt oder Gemeinde an einen Bürgerhaushalt stellt.Einige
Gemeinden ziehen es vor, die Einwohnerschaft lediglich anhand von Broschüren über
den Haushalt zu informieren, andere lassen die Bürger lediglich darüber
abstimmen, ob ein Bürgerhaushalt sinnvoll ist oder nicht. Inwieweit man
derartiges Vorgehen schon als Bürgerhaushalt bezeichnen kann, ist
Ansichtssache.
Die
effektivste Möglichkeit, Einwohnerinnen und Einwohner an der Haushaltsplanung
zu beteiligen ist die Bürgerbefragung anhand von einem Fragebogen oder die Bürgerversammlung.
Der Bürger hat damit die Möglichkeit, konkret über Projekte und damit
zusammenhängende Ausgaben und Kosten abzustimmen, dies ist in Langen der
Fall.“
Bürgerhaushalt
2003 der Stadt Langen / Projektteam Bürgerhaushalt 2003 Katja
Betz, Stefanie Ebert, Uwe Daneke; S.3
Mit
Stand 2003 wird in Langen der Bürgerhaushalt in einem Fragebogenverfahren
durchgeführt. Die Beteiligungsmöglichkeit konzentriert sich auf die Auswahl
von Projekten, die aus disponiblen Haushaltsmitteln realisiert werden sollen. In
der entsprechenden Broschüre heißt es dazu:
„Der Magistrat der Stadt Langen entschied sich
dabei, den Bürger im ersten Jahr eines solchen Projektes nur den Vermögenshaushalt
für das Haushaltsjahr 2002 zur Mitwirkung. vorzulegen. Es sollte damit dem Bürger
die Einfindung und die Übersicht erleichtert werden. Aufgrund der Tatsache,
dass für verschiedene Maßnahmen im Vermögenshaushalt bereits vertragliche
sowie rechtliche Verpflichtungen bestanden, wurden nur Projekte in den
Fragebogen aufgenommen, bei denen eine Dispositionsfreiheit gegeben war.
Die
Befragten hatten dabei die Möglichkeit, aus insgesamt 12 Projekten, die mit den
voraussichtlich anfallenden Ausgaben die für die Jahre 2002/2003 angegeben
waren, fünf Projekte auszuwählen und diese mit einer Priorität von 1 – 5 zu
bewerten.
Weiterhin
hatten die Befragten die Möglichkeit, Kritik zu üben oder Wünsche sowie
Anregungen zu notieren. Befragt waren dabei alle Einwohnerinnen und Einwohner ab
16 Jahren.
Aufgrund
der hohen Rücklaufquote (über 15 %) hat sich die Stadt Langen entschlossen,
auch im Jahr 2002 eine Befragung zum „Bürgerhaushalt 2003“ durchzuführen.“
(ebenda S.3f.)
Angeschrieben
wurden „alle in Langen gemeldeten Personen ab 16 Jahren“, d.h. 30.716 Einwohnerinnen
und Einwohner. (S.5)
| Rücklaufquote 2001 | 15,37% |
| Rücklaufquote 2002 | 12,66% |
Voraussichtlich
zum Haushaltsplan 2003 möchten wir Sie dann dazu einzuladen, sich mit Fragen
und Anregungen direkt an der Aufstellung des Haushaltsplanes zu beteiligen.
Hiervon
erwarten wir uns gute und unbürokratische Vorschläge zum Wirtschaften mit dem
öffentlichen Geld. Ihre Vorschläge werden wir vor der Beschlussfassung über
den Haushaltsplan dem Rat der Stadt Hamm vorlegen. So kann neuer Schwung in die
Haushaltsberatungen kommen.“
Damit
wir den Bürgerhaushalt 2003 zunächst einmal vorbereiten können, möchten wir
vorab von Ihnen erfahren, welche Themen Ihnen wichtig sind. Bitte nehmen Sie
sich 5 Minuten Zeit und füllen Sie hierzu den anliegenden Fragebogen aus.“
Ebenda
S.22
„Der
Bürgerhaushalt in Neustadt an der Weinstraße ist ein Versuch. Ein Versuch, Bürgerinnen
und Bürger aktiv mitgestalten zu lassen und näheres über ihre Wünsche und
Anregungen zu erfahren. Er soll die oftmals als undurchschaubar angesehene
Haushaltsaufstellung etwas transparenter machen und damit der immer wieder
diskutierten Politikverdrossenheit entgegenwirken. Er leistet damit auch einen
Beitrag zur Lokalen Agenda 21.
Einen
gesamten Haushaltsplan mit den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren, ist
nicht möglich. Wir haben daher versucht, uns auf die wesentlichen Dinge zu
konzentrieren und beim Bürgerhaushalt Projekte aus dem Investitionsbereich
ausgewählt. Dabei wurden Maßnahmen, die für die Entwicklung der ganzen Stadt
wichtig sind (z. B. Ankauf einer ehemaligen Kaserne zur Gewerbeansiedlung,
Ausstattungen in den Schulen) ebenso aufgeführt wie Projekte in den Ortsteilen
und Stadtteilen (Gestaltung von Ortsmittelpunkten, Straßenausbau).
Um
es nochmals ganz deutlich zu sagen:
Der
Bürgerhaushalt ist kein Angriff auf die repräsentative Demokratie. Die
Entscheidung über den Haushalt der Stadt obliegt nach dem Gesetz ausschließlich
dem Rat. Dies hat sich bewährt und soll auch so bleiben. Der Bürgerhaushalt
hat vielmehr das Ziel, den gewählten Repräsentanten im Stadtrat ein möglichst
aussagekräftiges Meinungsbild der Bürgerinnen und Bürger vorzulegen, welches
sie in ihre Entscheidungsfindung mit einfließen lassen können.“
Aus:
Neustadt an der Weinstrasse. Mitdenken mitmachen mitgestalten. Bürgerhaushalt
2000
| Form der Beteiligung: | schriftliche Umfrage |
| Rücklauf : | 6,41% der Wahlberechtigten |
Was
nicht vorgeschrieben ist, aber unser Stadtparlament für sehr wünschenswert hält,
ist die noch stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in die
Haushaltsgestaltung. Deshalb treten wir erstmals mit der Idee des "Bürger-Haushaltes"
an Sie heran: Bestimmen Sie selbst bei der Meinungsbildung für unseren
Haushaltsplan 2001 mit, was wichtig für Sie und für unsere Stadt ist!
Und so gestalten Sie mit:
Die Vorschläge, die Sie auf dem beigefügten Antwort-Formular machen, kommen direkt zum Magistrat und zu den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung. Daraufhin werden Ihre Anregungen in die Gesamtüberlegungen mit einbezogen und können dann über entsprechende Haushaltsanträge zu Positionen im neuen Haushaltsplan werden! Die endgültige Entscheidung darüber fällt dann im Dezember 2000 bei der Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung.
Wir laden Sie ganz herzlich dazu ein, sich mit den Angeboten für unsere Stadt zu beschäftigen und würden uns freuen, wenn Sie die Bürgerversammlung zum Haushalt 2001 am 24. Oktober 2000 in der Halle Urberach besuchen und uns Ihre Anregungen und Vorschläge auf dem beigefügten Antwort-Formular bis zum 2. November 2000 mitteilen!“Aus:
Bürger-Haushalt der Stadt Rödermark 2001. Gefragt: Ihre Meinung, Anregungen,
Ideen. Magistrat der Stadt Rödermark 2000
„Den
Versuch der Bürgerbeteiligung an der Haushaltsplan-Aufstellung vor der
Beschlussfassung durch den Gemeinderat. Damit soll erreicht werden, daß ein
wohlinformierter Gemeinderat sachbezogen entscheiden kann und sich die Bürger
der Gemeinde mit den gefaßten Beschlüssen wirklich identifizieren. Das
Projekt-Ergebnis ist von weitreichender Bedeutung, es zeigt uns und den
beteiligten Gemeinden möglicherweise den künftigen Weg zu einer bürgerorientierten
Gemeindeverwaltung und könnte der Einstieg in eine vom Bürger mitgetragene
Haushaltsplanung sein.
Machen
Sie mit – Ihre Meinung, Ihr Sachverstand zu den angesprochenen Themen sind
gefragt, Lösungsvorschläge erwünscht. Der Gemeinderat wird sie aufmerksam zur
Kenntnis nehmen und bei der Beschlußfassung zu Rate ziehen.
Deshalb
ist eine zahlreiche Teilnahme Ihrerseits wünschenswert. Demokratie betrifft uns
alle - der Erfolg dieses Projektes ist nur von Vorteil für die Zukunft unserer
Gemeinde und, so gesehen, auch ein Ereignis von historischer Bedeutung.“
Aus:
Ihre
Meinung. Die Gemeinde Mönchweiler bittet Sie um Ihre Mitarbeit: Fragen an die Bürger
zur Haushalts- und Finanzplanung 1999. S.2