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Future Search (`ZukunftSuche´ oder auch
`Zukunftskonferenz´) wurde Anfang der 1980er Jahre von Sandra Janoff und Marvin
Weisbord entwickelt. Dabei werden ausgewählte Personen nach dem Prinzip „Das
Ganze System unter einem Dach“ zusammengebracht. In einem dreitägigen
moderierten Prozess durchlaufen die Konferenzteilnehmer und ‑teilnehmerinnen
in einem Wechsel von homogenen und gemischten Arbeitsgruppen einen Prozess der
Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Future Search verfolgt im Wesentlichen zwei Ziele: 1) große, heterogene Gruppen entdecken gemeinsame Werte, Ziele und Projektideen. 2) Die Teilnehmenden werden darin unterstützt, eine Zukunftsvision zu entwickeln, deren Umsetzung sofort beginnen kann.
„Die Zukunftskonferenz wird typischerweise dann eingesetzt, wenn eine Organisation oder eine Gemeinde eine Neuorientierung bzw. einen Aufbruch plant, an dem möglichst alle wichtigen Bereiche, Strömungen, Interessengruppen mitwirken sollen. Sie steht also in der Regel am Anfang eines Prozesses.
Zukunftskonferenzen können zur Zukunft einer Organisation (Unternehmen, Schule, Krankenhaus, Verein ...), zur Zukunft einer Stadt oder eines Stadtteiles oder eines bestimmten Themas wie »Zukunft der Jugendarbeit« durchgeführt werden. Wichtig ist jedoch immer, dass der Auftraggeber offen ist für die Anregungen und Wünsche der Teilnehmer und will, dass hinterher auch möglichst viel erfolgreich umgesetzt wird. Diese Umsetzung sollte vom Auftraggeber auch angemessen unterstützt werden.“ (Bauer 2003)
Bei einer ZukunftSuche sind idealerweise 64 Teilnehmende, je 8 Personen aus 8 verschiedenen Interessengruppen beteiligt – eine Gruppe, die groß genug ist, um alle möglichen Perspektiven zum Thema zu beteiligen und klein genug, um zu jedem Zeitpunkt der Konferenz eine Plenardiskussion abzuhalten. Die optimale Dauer sind 2,5 Tage, weil während dieses Zeitraums die Teilnehmenden ausreichend Vertrauen zueinander und Handlungsbereitschaft entwickeln können und genügend Zeit haben, Ideen zu entwickeln.
Die ZukunftSuche verläuft in vier bis fünf halbtägigen Abschnitten:
- die gemeinsame Vergangenheit erkunden
- ein Bild der aktuellen Trends schaffen, die das Geschehen beeinflussen
- die Interessengruppen klären, worauf sie stolz sind und was sie betrübt
- ideale Zukunftsentwürfe ausarbeiten und
- konkrete Schritte zur Umsetzung verabreden.
Janoff und Weisbord gehen davon aus, dass die Beschleunigung von technologischen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen neue beteiligungsfördernde und dialogorientierte Lern- und Veränderungsverfahren erfordert, die nicht mehr nur von Experten getragen werden. Sie versuchten herauszufinden, wie viele Menschen gleichzeitig an der Weiterentwicklung und Optimierung ganzer Systeme mitwirken können. ZukunftSuche will Verbindungen für tragfähige Veränderungen schaffen, indem sie verschiedene Interessengruppen und Standpunkte einbezieht und auf gemeinsames Handeln gerichtet ist.
Ziel innerhalb des Verfahrens ist, dass die Teilnehmenden Zusammenarbeit erleben, ohne ihre Ansichten verteidigen zu müssen oder ihre Interessen zu verleugnen. Dies soll neue Möglichkeiten für Kreativität und Lernen eröffnen.
ZukunftSuche will die Kluft von unterschiedlicher sozialer Herkunft, Alter, Gender, Bildung, Kultur und Status überbrücken, indem die Teilnehmenden selbstorganisiert an den Themen arbeiten, die ihnen selbst ein Anliegen sind. Die Aufgaben des Begleiters (nicht `Moderators´) liegen dabei eher im Hintergrund. Alles, was die Teilnehmenden selbst machen können, sollen sie selbst in die Hand nehmen.
Diese konzeptionelle Bedeutung der Selbstorganisation ist eine auch allgemein zu beobachtende Tendenz und findet sich insbesondere bei der Open Space Technology.