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Auszug aus der

Vorlage - zur Beschlussfassung -

Lokale Agenda Berlin 21

Abgeordnetenhaus Berlin Drucksache 15/3245 vom 5.10.2004


Im März legte das Berliner Agendaforum einen Entwurf zu einer Lokalen Agenda Berlin 21 vor. In der nun veröffentlichten Vorlage des Senats wird dieser Entwurf durch den Senat bewertet und dem Abgeordnetenhaus empfohlen, den Senat zu beauftragen, "die als realisierbar und finanzierbar erachteten Leitprojekte im Rahmen eines schlüssigen Gesamtkonzeptes weitest möglich umzusetzen."

Da in dem Dokument vielfältige Gesichtspunkte von Partizipation angesprochen werden, ist die Lektüre des Gesamtpapiers durchaus zu empfehlen.

>>>> weiter zu der Drucksache (pdf-Datei)

Direkt wird partizipative Haushaltspolitik an zwei Stellen angesprochen:

"Partizipative Haushaltsaufstellung („Bürgerhaushalt")

Der Senat teilt die Auffassung des Agendaforums, dass modellhaft Wege zu einer Stärkung der Bürgerbeteiligung im Prozess der Haushaltsaufstellung erprobt werden sollten.

Der Senat wird die Transparenz und Lesbarkeit des Haushaltes des Landes sowie der Bezirke schrittweise verbessern. Im Rahmen der Kosten-Leistungsrechung werden die Bezirke ihre Haushalte für 2005 voll-ständig produktorientiert abbilden können (ohne Transferleistungen).

Formal ist der Haushalt des Landes Berlin 2004 produktorientiert dargestellt (Band 5: Produktorientierte Darstellung des Haushaltsplans 2004/2005) und im Internet einsehbar.

Der Senat hat das Projekt „Partizipative Haushaltsaufstellung – „Bürgerhaushalt" in die Neuordnungsagenda des Landes Berlin aufgenommen und unterstützt das Vorhaben mehrerer Pilotbezirke sowie einer von der Bundeszentrale für politische Bildung koordinierten Plattform aller politischen Stiftungen, Bürgerbeteiligung bei der Aufstellung der Bezirkshaushalte zu realisieren. Bei der partizipativen Haushaltsaufstellung kann an positive Erfahrungen mit den Beteiligungsverfahren im Zusammenhang mit den „Quartiersfonds" angeknüpft werden."

(S.6)

 

"Projekt 1: Bürgerhaushalt (LEITPROJEKT)

Um die Bereitschaft der Berliner Politik zu einer Beteiligungs-Innovation in der Öffentlichkeit deutlich zu akzentuieren, wird ein beispielhaftes Projekt ins Leben gerufen, in dem sich bürgerschaftliches Engagement und der Wille der Entscheidungsträger, die Bürgerschaft an ihren Entscheidungsfindungen zu beteiligen, sichtbar miteinander verbinden. Ein solches konkretes Projekt ist das in Porto Alegre, in vielen Städten und Gemeinden europa- und weltweit sowie in einigen deutschen Kommunen erprobte Modell "Bürgerhaushalt", bei dem die Bürgerinnen und Bürger partizipativ an der Erstellung des Haushalts mitwirken. Dabei kann an die Erfahrungen mit der Bürgerbeteiligung Rahmen der Quartiersfonds angeknüpft werden, die im Bereich des

Quartiersmanagements geschaffen wurden. Den Berliner Bürgerinnen und Bürgern würde die Möglichkeit eröffnet, sich mittels eines strukturierten Beteiligungsverfahrens in die Beratungen über eine nachhaltige, finanzierbare Gestaltung ihres Gemeinwesens einzubringen. Angesichts der desolaten Berliner Haushaltslage könnte dies entscheidend zu einer Wiederherstellung des Vertrauens zwischen Bürgerschaft und Politik beitragen. Zur Realisierung eines Bürgerhaushaltsverfahrens gilt es zunächst, die dafür geeigneten Teile des Berliner Haushalts zu identifizieren.

Schritte und Indikatoren:

(S.57-58)